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33 Auszubildende des Bildungsganges Groß- und Außenhandel machten sich vom 06. bis zum 08. November 2019 auf den Weg, um Brüssel – die Hauptstadt Europas – zu erkunden sowie die Arbeit und die Institutionen der Europäischen Union kennenzulernen. Begleitet wurden die Klassen GH81 und GH82v von ihren Lehrkräften Frau Meintrup und Herrn Wörmann.

Am zweiten Tag unseres Europaseminars in Brüssel besuchten wir das Europäische Parlament, in dem wir den am 26. Mai 2019 gewählten Abgeordneten Daniel Freund vom Bündnis 90/Die Grünen kennenlernen durften.
Mit seiner sehr offenen und freundlichen Art erzählte er uns von seiner Person, seiner Partei und den Problemen und Aufgaben, mit denen er sich als Mitglied des Europäischen Parlamentes (MdEP) auseinandersetzt.
Der in Aachen aufgewachsene Politiker war von Juli 2014 bis Mai 2019 bei der NGO Transparency International tätig, bei der er die Arbeit zur Korruptionsbekämpfung in den EU-Institutionen leitete.
Nach den Europawahlen setzten sich die neu gewählten Abgeordneten zusammen, um u. a. die Kommissare zu wählen. Drei der von den Mitgliedstaaten nominierten Kandidaten sind jedoch nach der Anhörung im Europaparlament durchgefallen. Für die Abgeordneten ist das die beste Gelegenheit, alle künftigen Kommissare kritisch auf ihre politische Kompetenz zu prüfen – in Brüssel spricht man nicht umsonst von einem “Grillen”. Dies führte zu einer Verzögerung der Wahlen, an der auch die Briten nicht ganz unbeteiligt waren. Grund dafür war das Fehlen eines Abgeordneten.
Schnell kamen wir in diesem Zusammenhang auf das aktuelle Thema Brexit zu sprechen. Hier beantwortete Daniel Freund diverse Fragen wie beispielsweise, wieso wird kein Druck auf die Briten ausgeübt, oder, was passiert, wenn die Briten ohne einen Deal austreten.
Nachdem alle Fragen der Mitschülerinnen und -schülern von ihm beantwortet worden sind, erzählte er uns von seinen Zielen. Herr Freund vertritt die Meinung, dass mehr Transparenz in Europa herrschen müsse und dass mehr Chancengleichheit erreicht werden solle. Somit ist sein Ziel unter anderem, ein sozialeres, weltoffeneres und korruptionsloses Europa zu schaffen.
Klimaschutz steht für die Grünen an oberster Stelle. Bis zum Jahr 2050 wird das Ziel verfolgt klimaneutral zu werden. Dies bedeutet, dass vollständig auf erneuerbare Energie umgestellt werden müsste. Davon wären nicht nur die Autos und Flugzeuge betroffen, sondern auch z. B. das Heizen oder die Verringerung des Einsatzes von Pestiziden. Als Beispiel nannte er unter anderem, dass Gebäudedämmungen an Häusern und Wohnungen vorgenommen werden müssten und alte Heizkörper gegen neue, weniger klimaschädliche, ausgetauscht werden sollten. Durch solche Maßnahmen könnten wir die Umwelt schonen und Strafgelder einsparen, die bei nicht Erreichen der EU-Ziele verlangt werden.
Durch die Kritik, die er äußerte, wie z. B. die Aussage, dass die aktuelle Bundesregierung lieber Geldstrafen zahlen will als mit den Zielen voran zu gehen, regte er uns zum Nachdenken und Diskutieren an.
Des Weiteren erwähnte er, wie hilfreich es ist, dass Menschen auf die Straßen gehen, um zu protestieren. Durch die Proteste wird Druck auf die Politiker ausgeübt, wodurch die Themen umso schneller in die Debatten aufgenommen und bearbeitet werden.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das MdEP Daniel Freund die politischen Themen sehr interessant gestaltet hat. Er ist auf aktuelle Themen eingegangen und machte uns deutlich, dass man kein Politiker sein muss, um sich für Politik zu interessieren und seine Meinung zu zeigen.

Margarita Kasatschkow GH82v


Ein weiterer Programmpunkt am dritten Tag des Europaseminar war der Besuch im Haus der Europäischen Geschichte. Das Geschichtsmuseum wurde am 6. Mai 2017 eröffnet und wird von der Europäischen Union betrieben. Es liegt zentral im Europaviertel in Brüssel im Leopold-Park, untergebracht in einem ehemaligen Kinderkrankenhaus, in unmittelbarer Nähe zum Europäischen Parlament. Auf 4.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche konnten wir uns über die Historie Europas informieren und uns kritisch mit gegenwärtigen Fragen auseinandersetzen.

Die kulturelle Einrichtung ist frei zugänglich und kann sowohl mit einer Führung als auch individuell und selbstaktiv mit ausgeliehenen Tablets besichtigt werden. Insgesamt haben wir uns dort ca. 2 ½ Stunden aufgehalten. Um ein besseres Verständnis für die europäische Geschichte und Integration zu gewinnen, werden Sammlungen von authentischen Objekten und Dokumenten im Museum anschaulich ausgestellt.
Die Dauerausstellung führt durch die europäische Geschichte, von den Anfängen Europas bis hin zu seinem Versinken in den Wirren der vielen Kriege. Die Wechselausstellung heißt „Interaktionen“. Sie zeigt Geschichten von Begegnungen und Austausch in der europäischen Geschichte. Teil der Wechselausstellung ist das Experiment „Meine Spuren in Europa“, bei dem jeder mitmachen kann.

Die einzelnen Etagen des Hauses sind uns sehr positiv ins Auge gefallen. Dadurch, dass man auch auf den Treppen die einzelnen Ebenen betrachten konnte, wurde einem bewusst, inwieweit die Geschichte immer weitergeht und wie komplex diese eigentlich ist. Jedoch hätten wir uns in dem Haus mehr Zeit gewünscht, da es Unmengen zu sehen und zu bestaunen gab. Gerade der Museumsführer hat uns die europäische Geschichte sehr spannend vermittelt, so dass viele Fragen direkt beantwortet werden konnten. Am Ende erschwerte die laute Musik einer Fashion Show im Museum, dem Führer weiterhin aufmerksam zu folgen.
Insgesamt hat uns das Haus der Europäischen Geschichte sehr gut gefallen, denn durch den Besuch konnten wir viele weitere Kenntnisse über die Geschichte und die Bedeutung der EU sammeln und einen Überblick über die vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte bekommen.

Leonie Hempel und Nicole Wiebe aus der GH81

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